Hauptversammlung 125 Jahre Schweizerisches Rotes Kreuz Graubünden

125 Jahre Schweizerisches Rotes Kreuz Graubünden – 125 Jahre Kraft der Menschlichkeit. Unter diesem Motto stand die Hauptversammlung des Schweizerischen Roten Kreuzes Graubünden.

Der Präsident Hans Geisseler liess ein vielfältiges Jahr Revue passieren bedankten sich bei Freiwilligen, Mitgliedern, Spendern und Partnern für die Solidarität und Unterstützung im Dienste der Menschlichkeit. Die Entstehung und Entwicklung der Rotkreuz-Tätigkeiten im Kanton zeigten der Präsident und Wilma Heini, Präsidentin des Kantonalverbandes Bündner Samaritervereine in ihren Referaten auf.

Das vielfältige Angebot des Schweizerischen Roten Kreuzes Graubünden (RKG) wird rege genutzt – ein Zeichen dafür, dass die Tätigkeiten der humanitären Organisation im Kanton auch heute noch wichtig sind. Der Präsident Hans Geisseler liess ein abwechslungsreiches Jahr Revue passieren und bedankte sich für die ehrenamtliche Unterstützung der über 600 Freiwilligen. «Die Freiwilligen sind eine wichtige Stütze des RKG. Dank ihrem grossen Engagement können wir unsere humanitären Aufgaben erfüllen. Die Freiwilligen engagieren sich pro Jahr mit insgesamt über  30‘000 Stunden in ihrer Freizeit für ihre Mitmenschen in Graubünden. Freiwillige solidarisieren sich, zusammen mit den Mitgliedern, Spendern und Partnern, für die Schwächeren der Gesellschaft und ermöglichen das Handeln der humanitären Organisation. Ihnen allen gebührt ein grosser Dank», so der Präsident.

Solidarität in die Tat umsetzen im Jubiläumsjahr
Das Schweizerische Rote Kreuz Graubünden nimmt das 125-jährige Bestehen zum Anlass, die Öffentlichkeit auf seine Angebote und Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Nach der Sozialen Aktion vom letzten Herbst und der Spitz-Chrüzli-Aktion zum Weltrotkreuz-Tag vom 8. Mai steht die Teilnahme an der Messe Guarda! Anfang November auf dem Programm.

Die humanitäre Organisation im Wandel der Zeit
Am 24. Oktober 1892 ist das heutige Rote Kreuz Graubünden als «Bündner Samariterverein, Rot-Kreuz-Zweigverein», in Chur gegründet worden. In ihrem Rückblick auf das Samariterwesen und die Rotkreuz-Tätigkeiten thematisierten Hans Geisseler und Wilma Heini, Präsidentin des Kantonalverbandes der Bündner Samaritervereine KVBS, wie sich die Aufgaben im Laufe der Zeit veränderten und sich eine Anpassung der Strukturen ergaben. Die Ausbildung von freiwilligen Samaritern für die Versorgung von Kriegsverletzten und das Bereitstellen von Krankenmobilien gehörte zu den ursprünglichen Aufgaben im Kanton. Schon früh kamen diese ausgebildeten Laien auch im Katastrophenfall oder bei Epidemien wie beispielsweise der Spanischen Grippe zum Einsatz. Die Ausbildung und Aufklärung der Bevölkerung im Bereich Gesundheit war bereits vor 1900 eine weitere wichtige Aufgabe der kantonalen Sektionen. Kurse und Vorträge über Krankenpflege zu Hause, Säuglingspflege, Frauenheilkunde oder ansteckende Krankheiten wie zum Beispiel Spanische Grippe, Polio oder TB hatten einen grossen Einfluss auf die Volksgesundheit.

Im Zusammenhang mit Gesundheit und Krisenprävention stand auch der Aufbau des Blutspendedienstes in Graubünden. Seit dem 2. Weltkrieg ist das Blutspendewesen Aufgabe des SRK und im Kanton ist Blutspende SRK Graubünden seit 2001 eine eigenständige Stiftung.

Eine Erfolgsgeschichte war der 1897 gegründete Arbeitsverein Bündner Bienen. Die Bündner Bienen war die Frauenorganisation innerhalb des Bündner Samaritervereins. Sie schrieben sich Fürsorge für Bedürftige auf die Flügel und luden «alle Bündner Frauen und Mädchen ein, sich in gemeinsamer Arbeit zu vereinen, um Bett- und Leibwäsche für arme Kranke des Kantons anzufertigen.»

Weiter entwickelte sich aus der führenden Rolle des Schweizerischen Roten Kreuzes in der Ausbildung Krankenpflege der Lehrgang Pflegehelfer/-in SRK auch in Graubünden.Bis nach den beiden Weltkriegen lag der Schwerpunkt bei den Ausbildungen in Krankenpflege und erster Hilfe, bei der Führung von Krankenmobilien, bei Flickstuben für Soldaten und Sammlungen für Bedürftige.

Nachkriegsjahre
Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Aufgabengebiet ausgeweitet und eine Trennung der Aufgaben hat sich angeboten. Seit da pflegen der Kantonalverband der Bündner Samaritervereine und das Schweizerische Rote Kreuz Graubünden eine sehr enge Zusammenarbeit.

Die Sektion Graubünden des Schweizerischen Roten Kreuzes, wie der Verein ab 1950 hiess, leistete Hilfe und Unterstützung an bedürftige Menschen im Kanton Graubünden. Beispielsweise entlastete der Verein Mütter mit kinderreichen Familien durch Waschmaschinen, übernahm Arztrechnungen oder verteilte Betten. Im Jahresbericht von 1969 steht: «Es ist bedrückend zu hören, wie viele Schweizer Kinder kein eigenes Bett haben.»

Vielfältiges Angebot für Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe
Nach und nach entwickelten sich aus den damaligen Aufgaben die heutigen drei Geschäftsfelder des Schweizerischen Roten Kreuzes Graubünden: Soziale Integration, Bildung und Entlastung. Ziele der vielfältigen Angebote sind die Förderung der Chancengleichheit und der gesellschaftlichen Teilhabe.